Samstag, 19. Februar 2011

Mein erster Eintrag

Hallo,

ich habe solange ich mich erinnern kann, immer gehandarbeitet. 

Ich habe gestrickt, genäht, gehäkelt, gebatikt, getöpfert, Makramee geknüpft, Perlen genäht, gewebt, gestickt und gehäkelt.

Nun habe ich eine neue Leidenschaft: das Handweben. 

Angefangen hat es vor ca. einem halben Jahr, als ich mir eine Harfe von der Firma Kromski gekauft habe. Ich habe auch eine Vorliebe für Bücher. In den Handarbeitsbüchern gab es Hinweise auf Muster und Doppelgewebe. Das fand ich so erstrebenswert, dass ich mehr können wollte als nur Leinenbindung auf dem Handwebrahmen.
So ist ein neuer gebrauchter Freund  in mein Wohnzimmer eingezogen. Er ist ein Handhebelwebstuhl der Firma Varpapuu aus Finnland. Er wird nicht mehr hergestellt und hat den Produktnamen Kothe Nordia. Wir haben ihn in der Wartezeit auf Zubehör bereits von 8 auf 16 Schäfte erweitert.


Bei meiner Suche nach Informationen zum Thema Weben habe ich das Internet schätzen gelernt, besonders die Blogs von anderen Kreativen und Videos auf Youtube. Herzlichen Dank auf diese Weise für all den Nachhilfeunterricht. Besonders viele Bilder und die Videos haben mir sehr geholfen. 

Bei diesem Blog: http://sueknitsandspins.blogspot.com habe ich etwas ganz Tolles gesehen, das wir nachgebaut haben: aus der Standlade wurde eine horizontal gleitende Blattlade wie beim Handwebrahmen. Danke für die Inspiration. Unsere Holzausführung wurde leider nicht so professionell wie die Metallvorlage. Aber ich bin froh darüber. 



Als Idee aus einem Video habe ich den "Breithalter" in Form von Gummiband und Hosenträgerklemme.



Ich wußte auch nicht, wohin mit meinem Zubehör, also habe ich Stiftekörbchen einer großen schwedischen Möbelkette am Untergestell anschrauben lassen:



Ebenso eine Idee aus einem Blog war der Spiegel zur Kontrolle der Webstückunterseite.

Ich warte noch immer auf Zubehör und webe daher meine ersten Muster:



Zum gebrauchten Webstuhl habe ich auch Zubehör ersteigert. Ein Handspulgerät habe ich um einen modernen Dorn für zylindrische Pappspulen verlängert. Die drei vorhandenen Pappspulen habe ich mit Heißklebepistole und halbierten Spulenenden von türkischem Häkelgarn verändert, damit ich aufgrund des hohen Randes mehr Garn auf die Spule bringen kann. Ich webe mit Sockengarn (4fach, Stricknadel 2,5). Für die bestellten, aber leider noch nicht gelieferten neuen Pappspulen habe ich Kreise mit einem Durchmesser von 3 cm aus aussortierten Deckeln von Plastikgefäßen geschnitten. Diese werden dann in der Mitte angebohrt und mit Heißklebepistole mit der Pappspule verbunden werden. 




Damit die Handschützen nicht durch die Kette fallen, habe ich eine Auflageholzleiste gebaut. Um Zettel für die Reinfolge der Handhebel zu befestigen, gab es zwei Magnetleisten links und rechts der Handhebel in Hell- und Dunkelblau.


Die besten und mühelosesten Fransen bekommt man mit dem elektrisch betriebenen Zöpfchendreher hin:


Ich möchte Euch einige meiner ersten Versuche vorstellen: Mein zweites Werk. Melierte Baumwolle und leider Garn mit Mohair. Ich bin fast verzweifelt, da Mohair in der Kette sich verfilzt. Mohair nur noch im Schuß!


Dann ein Versuch mit Kette aus türkischem Häkelgarn und Schuß aus meliertem Sockengarn 4fach. (leider für das Foto nicht gebügelt). Nie wieder: Das Sockengarn verschiebt sich ständig auf der glitschigen Kette.


Mein nächster Versuch nur mit Sockengarn (75 % Schurwolle, 25 % Polisowieso), zweimal uni und einmal meliert: bisher mein Lieblingsstück:



Noch ein Tipp: 
am Rand des Gewebten ein Maßband zum Beispiel aus Papier, Stoff oder Satinband mit Stecknadeln befestigt mitlaufen lassen, damit man sich ungefär orientieren kann, wie lang der Schal schon ist. Für meinen ersten Schal bin ich zu klein geraten, da ich dieses nicht gemacht habe. Dumm gelaufen.

So, ich hoffe, auch andere können von meinen Erfahrungen profitieren.

Beim nächsten Mal werde ich von anderen Werken berichten. Auf diesem Wege herzlichen Dank für die Unterstützung von meinem GöGa und Freundinnen aus Nah und Fern.

Bis dann

Kommentare:

  1. ein ganz herzliches Willkommen in der Blogger Welt.
    Deinen ersten Eintrag hab ich mit großem Interesse gelesen, auch wenn das Thema nicht so wirklich meins ist.
    Tolle Bilder und ein gut geschriebener Text. Hast ein ganz dickes Lob verdient! Mach weiter so!

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  2. hallo, ich lebe in England und webe auch , ich habe diesen Kothe Nordia webstuhl in der Auction gesehn aber leider nicht bekommen. Jetzt hoffe ich das ich einen andern Louet webstuhl bekomme. Ich mochte so gern wissen fur welchen Zweek diese ablage lade gemacht wurde? Ich mochte auch gern fragen was fur ein muster( zettel und hebe vorgang ) fur das Bild 13 war> ich mochte es so gern nacharbeiten. Ihr blog gefallt mir. Franziska

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  3. Liebe Franziska,
    Mustererklärung zu Bild 13: In Schuss und Kette wechseln sich zwei Farben ab. Also rot-grün-rot-grün... Soll das "Kästchen" gewechselt werden, wird in Schuss und Kette einfach die Farbe wiederholt: rot-grün-rot-rot-grün-rot-grün... Die Bindung ist einfache Leinwandbindung. Verwendet habe ich Regia 4fach Sockenwolle und ein 48/10 Blatt auf dem Webrahmen (Harfe von Kromski).

    Das schlanke Holzbrett an der Blattlade hat die Funktion, den schweren Handschützen zu halten, damit er nicht durch die Kettfäden nach unten durchfällt.

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  4. Dein Blog ist klasse.
    Ich melde mich jetzt sofort als Leserin an.
    Liebe Grüße Birgit

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  5. Ein Eintrag und so viele tolle Ideen! Vielen lieben Dank!

    Liebe Grüße,

    Anne, die jetzt mal ihren Mann an´s bauen schickt :)

    Liebe Grüße,

    Anne

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  6. Du bist ja eine richtige tüftlerin - u. so viele brauchbare tips, danke!
    Habe mich bei Dir festgelesen, dabei wollte ich früh zu bett, na, nun ist es schon "früh" ;)

    Bine

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  7. Hallo, habe deinen Bericht vom Webstuhlumbau von 8 auf 16 Schäfte gelesen,und hätte gerne gewusst,ob du damit zufrieden bist und ob er gut funktioniert ? Ich habe mir nämlich das gleiche Model gekauft, eben auch mit der Idee einer Schafterweiterung auf 16. Würde mich auf eine Rückmeldung freuen Sandra

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    1. Du musst darauf achten, dass die hinteren neuen Schäfte weiter ausgehoben werden, damit das Fach stimmt.

      LG Ate

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